Analyse und Bewert­ung der Akteurs­land­schaft sowie Ent­wick­lungs­per­spek­tiven für die De­kar­boni­sier­ung der Industrie

Herausgeber: Cluster De­kar­bo­ni­sier­ung der In­dustrie (CDI)

Autor*innen: VDI/VDE Innovation + Technik GmbH | Jan-Hinrich Gieschen, Michael Nerger, Lukas Nögel, Faten Saleh, Marius Schumacher

Publikation: Studie
Veröffentlicht: Mai 2023

Über die Studie

Die deutsche Industrie steht unter einem hohen Handlungsdruck. Sie ist hierzulande nach der Energiewirtschaft der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasemissionen. Die Studie untersucht daher im Auftrag des Clusters Dekarbonisierung der Industrie die aktuellen Herausforderungen, Trends und Entwicklungen für eine erfolgreiche Transformation hin zu einer treibhausgasneutralen Industrie.

Die Ergebnisse der Studie bieten Stakeholdern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Orientierung zum Fortschritt der Dekarbonisierung in der Industrie und zeigen Potenziale für die zukünftige Entwicklung auf. Darüber hinaus ist die Studie eine wichtige Grundlage für das Handeln und die strategische Ausrichtung des CDI.

Aufbau der Studie

Die Publikation basiert auf einer breit angelegten empirischen Analyse der Akteurslandschaft sowie einer Online-Befragung von Unternehmen und Fachgesprächen mit Vertreter*innen der energie- und treibhausgasintensiven Industriebranchen (Chemieindustrie, Stahlindustrie, Zementindustrie, Keramikindustrie, Glasindustrie, Nicht-Eisen-Metallindustrie sowie Papier- und Zellstoffindustrie).

Bestandsaufnahme Datenerhebung Detailbefragung Benchmark-Analyse
Grundgesamtheit Status quo Prespektive & Entwicklung Internationale Einordnung
Vorgehen Datenanalyse relevanter Akteure Online-Befragung Interviews Analyse internationaler Cluster- und Netzwerkinitiativen
Ergebnisse 9.200 relevante Organisationen in 8 Branchen Status quo und Perspektiven der Industriekarbonisierung in Deutschland Erwartungen an CDI und Trends und Herausforderungen für CDI Benchmarking für fünf ausgewählte Kompetenznetzwerke
Datengrundlage
  • Mitgliedslisten Verbände / Netzwerke
  • Förderdaten
  • Handelsregister und Unternehmensauftritte
  • 4.882 Organisaationen angeschrieben
  • 142 vollständige Rückmeldungen
  • 26 Fachgespräche mit CDI Partner:innen und Nicht-CDI Partner:innen aus 8 Branchen
  • ECCP und Clusterplattform Deutschland
  • Webseiten und verfügbare Studien
Studie
  • Datenauswertung
  • Einordnung der Kompetenzen des CDI in einer SWOT Matrix
  • Ableitung von Handlungsempfehlungen

Status Quo Industrieemissionen

Bis 2030 müssen die Treibhausgasemissionen im Industriesektor um 27 Prozent im Vergleich zu 2022 sinken, um die Zielstellungen des Bundes-Klimaschutzgesetzes einzuhalten.

Treibhausgasemissionen im Industriesektor

Das Chart stellt die Treibhausgasemissionen in Deutschland im Sektor Industrie für die Jahre 2018 bis 2022 und das Ziel für 2030 dar.

Die Werte sind: 2018: 188, 2019: 183, 2020: 176, 2021 (geschätzt): 164, KSG-Ziel 2030: 119

Treibhausgasemissionen in Deutschland im Industriesektor in Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten; Datenbasis: Umweltbundesamt (2023), Emissionsübersicht in Sektoren

Ergebnisse der Studie

Herausforderungen der Dekarbonisierung der Industrie

Die Industrie setzt insgesamt auf einen breiten Mix an Strategieansätzen zur Umsetzung von Dekarbonisierungsmaßnahmen mit Fokus auf der Reduktion direkt energiebedingter Treibhausgasemissionen. Diese reichen von Ansätzen zur Steigerung der Energieeffizienz bis hin zur Einbindung von erneuerbaren Energien.

Als zentrale Herausforderung zeigt sich, dass die Umsetzung von Dekarbonisierungsmaßnahmen hohe Investitionskosten erfordert, die in Verbindung mit den in den betrachteten Branchen üblichen, langen Investitionszyklen ein großes wirtschaftliches Risiko für die betroffenen Unternehmen bedeuten. Die Maßnahmen erfordern daher eine große Planungssicherheit.

Produzierende Unternehmen stellen das Rückg­rat der identi­fizierten Akteurs­landschaft dar und sind somit wichtige Treiber der De­karboni­sierung. Branchen­übergreifend müssen Vernetzung und Ko­opera­tionen weiter gestärkt werden.

Potenzial für die Dekarbonisierung in den Industriebranchen

Insgesamt zeigt sich, dass Potenzial für die Dekarbonisierung in den verschiedenen Industriebranchen vorhanden ist und noch weitere Teile des gesamten Unternehmensbestandes der Branchen in Dekarbonisierungsaktivitäten eingebunden werden sollten. Ein besonderes Potenzial zur Dekarbonisierung hat die Stahlindustrie. Die Branche verursacht fast 30 Prozent aller Treibhausgasemissionen der Industrie in Deutschland.

Industrieemissionen nach Branche

Beschreibung der Grafik

Treibhausgasemissionen in Deutschland nach Industriebranchen 2021

Die regionale Verteilung der Akteure der Grund­gesamtheit zeigt, dass die De­karboni­sierung nicht nur eine Aufgabe für die klassischen Industrie­regionen in Deutschland ist.

Industriedekarbonisierung als überregionale Aufgabe

Die regionale Verteilung der Einrichtungen in der identifizierten Grundgesamtheit in Deutschland zeigt, dass die Dekarbonisierung nicht nur eine Aufgabe für die klassischen Industrieregionen in Deutschland ist, wie Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg oder Bayern, sondern Akteure deutschlandweit betrifft. Schwerpunktbildungen finden sich in Nordrhein-Westfalen, der Region Stuttgart in Baden-Württemberg und in Bayern im Raum München.

  • Branchenübergreifend
  • Chemie
  • Energie
  • Glas
  • Keramik
  • NE-Metalle
  • Papier und Zellstoff
  • Stahl
  • Zement
  • Sonstige
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Die wichtigsten Trends für die De­karboni­sierung sind Energie­effizienz und Elektri­fizierung.

Wichtige Forschungsthemen rund um die Dekarbonisierung

Für die Dekarbonisierung wichtige Forschungsthemen wie Energie- und Werkstofftechnik dominieren die Forschungslandschaft. Ein weiterer Schwerpunkt sind Hochschulen, die branchenübergreifend forschen können und daher für die Integration der Branchen sowie für die Grundlagenforschung eine wichtige Rolle spielen.

Identifizierte Forschungsthemen der Forschungseinrichtungen Identifizierte Forschungsthemen der Forschungseinrichtungen
Identifizierte Forschungsthemen der Forschungseinrichtungen
Deutschland kann 2045 ein „grüner“ Industrie­standort sein, wenn die Heraus­forderungen jetzt angegangen werden. Die Motivation der Industrie zur De­karboni­sierung ist vorhanden.

Erreichen der Klimaziele bis 2045

Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass die verschiedenen betrachteten energie- und treibhausgasintensiven Industriebranchen optimistisch hinsichtlich der Erreichung der brancheneigenen Klimaziele sind. Dennoch zeigt sich auch, dass dafür noch zahlreiche Herausforderungen bewältigt werden müssen und der Unterstützungsbedarf der Industrie durch geeignete Maßnahmen groß ist.

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Erwartete Wahrscheinlichkeit der Erreichung der Klimaziele bis 2045

Deutschland 2045 ein „grüner“ Industriestandort

Branchenübergreifend überwiegt die Zuversicht, dass der Industriestandort Deutschland 2045 sowohl „grün“ als auch attraktiv sein kann. Viele der befragten Unternehmen sehen den Innovationsstandort Deutschland als stark genug, um die Transformation erfolgreich abzuschließen zu können. Allerdings wird auch immer wieder betont, dass die Herausforderungen zur Dekarbonisierung wie die hohen Energiekosten oder komplizierte bürokratische Verfahren jetzt angegangen werden müssen.

Ist Deutschland 2045 ein „grüner“ Industriestandort?

Beschrteibung der Grafik

Erwartungshaltung, ob Deutschland 2045 ein attraktiver und "grüner" Industriestandort ist

Kooperationen werden als Chance für die De­kar­boni­sierung angesehen. Wissens­transfer und Ver­netzung sind dabei zentrale Bedarfe der Unternehmen.

Strategische Handlungsfelder des CDI

Die Analyse der Akteurslandschaft zeigt, dass es zwischen den Branchen bislang kaum Kontakte und Überschneidungen gibt. So können bislang nur eingeschränkt branchenübergreifende Lösungen etabliert werden. Die Ergebnisse zeigen auch, dass es entsprechende Unterstützung durch einen Partner benötigt, welcher branchenübergreifend die Stärken der verschiedenen Branchen bündeln und so Synergien ermöglichen kann, und der die Industrie langfristig und zuverlässig über alle Wertschöpfungsstufen und Stufen der Dekarbonisierung hinweg begleitet.

Die aus der Studie gewonnenen Erkenntnisse zeigen dem CDI zentrale Handlungsfelder für die weitere bedarfsgerechte Ausrichtung der Clusteraktivitäten auf.

Aus den Studienergebnissen abgeleitete Handlungsfelder für das CDI

  • Branchenübergreifend aktiv
  • Cross-Clustering
  • Internationale Sichtbarkeit
  • Neutrale Beratung
  • Partnernetzwerke ausbauen
  • Wissenstransfer / Kooperationsplattform
  • Kommunikation / Interessenvertretung
  • Arbeitsgruppen zu relevanten Themen

Download

CDI Studie „Analyse und Bewertung der Akteurslandschaft sowie Entwicklungsperspektiven für die Dekarbonisierung der Industrie“

Executive Summary Studie

Ihre Ansprechpersonen

Kerstin Drechsler
Kerstin Drechsler
Cluster- und Netzwerkmanagement Kerstin.Drechsler@cluster-dekarbonisierung.de +49 355 47889-112
Madeleine Henning-Waniek
Madeleine Henning-Waniek
Öffentlichkeitsarbeit presse@cluster-dekarbonisierung.de +49 355 47889-134

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