Erfolgreiche CDI Decarbonisation Summer School 2026

Vom 31. August bis 4. September 2026 kamen 23 Studierende und Young Professionals aus aller Welt in Cottbus zusammen, um gemeinsam mit CDI Partnern an realen Herausforderungen der Industrie-Dekarbonisierung zu arbeiten. Ziel war es, akademisches Wissen mit echten Praxisfällen zu verbinden und künftige Fachkräfte für die Transformation energieintensiver Industrien kennenzulernen. Ein Rückblick auf eine intensive Woche voller Ideen, Diskussionen und guter Gespräche.

Studierende vor einem Whiteboard
Young Professionals und Studierende auf der Decarbonisation Summer School 2026 | Foto: CDI | Jens Jeske

Drei Praxisfälle, ein gemeinsames Ziel

Im Zentrum der Summer School standen drei konkrete Fallbeispiele, die unsere CDI Partner Deutsches Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR), Enertrag und Mattig und Lindner eingebracht haben:

Enertrag stellte die Aufgabe, ein tragfähiges lokales Energiemodell für die Lausitz zu entwickeln, das dezentrale Erzeugung und Speicherung erneuerbarer Energien ermöglicht.
Enertrag und Mattig und Lindner forderten die Teilnehmenden gemeinsam auf, ein Angebot zu entwickeln, das lokal erzeugten Strom aus erneuerbaren Energien zu einer attraktiven Alternative für regionale Industrieunternehmen macht.

Das DLR gab den Studierenden die Aufgabe, ein Konzept zu entwickeln, das Lebensmittelherstellern hilft, die passende Integrationsstrategie für Hochtemperatur-Wärmepumpen zu finden. Die Partner brachten dabei nicht nur die Aufgabenstellungen mit, sondern begleiteten die Gruppen über die gesamte Woche mit Interviews und Feedback – ein direkter Draht zwischen echter Unternehmenspraxis und den Lösungsideen der jungen Talente.

Stuhlkreis mit Studierenden und Praxispartner
Foto: CDI | Jens Jeske

Design Thinking: Von der ersten Idee zum fertigen Prototyp

Methodisch arbeiteten die interdisziplinären Teams nach dem Design-Thinking-Ansatz: Ideen wurden generiert, diskutiert und immer wieder kritisch hinterfragt. Die Arbeitstage waren intensiv – am Ende waren jedoch alle, Studierende wie Coaches, überzeugt, zu guten und tragfähigen Ergebnissen gekommen zu sein.

Am vorletzten Tag stand dann der große Auftritt an: die Entwicklung und Präsentation der Prototypen. Die Ergebnisse wurden mit Flipcharts, Karten und Lego-Bauten visualisiert – teils sogar als kleines Rollenspiel inszeniert. Fachlich fundiert und unterhaltsam zugleich wurden die Präsentationen von den Studierenden mit sichtbarem Stolz und vom anwesenden Publikum mit voller Aufmerksamkeit verfolgt.

Neue Ideen für unternehmerische Herausforderungen

Für das DLR entwickelte ein Team ein Konzept, das Lebensmittelherstellern hilft, die passende Integrationsstrategie für Hochtemperatur-Wärmepumpen zu finden. Die Gruppe erkannte dabei ein Muster, das für viele Dekarbonisierungsprojekte gilt: Investitionsentscheidungen scheitern in Unternehmen oft nicht an der Technologie selbst, sondern an unzureichender Information und Kommunikation im Vorfeld. Ihre Lösung: ein Decision Support System, das Unternehmen den Weg zu einer fundierten Investitionsentscheidung erleichtert – ein Ansatz, der weit über den Lebensmittelsektor hinaus Anwendung finden könnte.

Bau eines Prototypen
Foto: CDI | Jens Jeske

Net Zero Valley Lausitz: Große Resonanz und viele Nachfragen

Ein besonderes Highlight der Woche war der Vortrag zum Net Zero Valley Lausitz, gehalten von Alexander Scheeser der Net Zero Valley Geschäftsstelle aus Görlitz. Das Interesse der Studierenden war deutlich spürbar: Es gab zahlreiche Nachfragen, und einige Teilnehmende brachten eigene Perspektiven ein – so berichtete ein Teilnehmer aus Brasilien, wie vergleichbare Transformationsprozesse in seinem Heimatland ablaufen.

Besonders gefragt war, welche konkreten Projekte im Rahmen des Net Zero Valley Lausitz entstehen, auch in Verbindung mit Universitäten wie der TU Dresden und der BTU Cottbus-Senftenberg. Zwar bestehen hier bereits Verbindungen, konkrete gemeinsame Projekte stehen aber noch aus – die Geschäftsstelle sei erst seit zwei Monaten im Amt und könne entsprechend noch keine abschließenden Aussagen treffen. Die Studierenden hinterfragten den Vortrag daher auch kritisch: Was bringt die Umsetzung wirklich, wie erfolgversprechend ist der Ansatz? Klar wurde dabei vor allem eines: Viele der jungen Talente suchten ganz konkret nach Anknüpfungspunkten für ein späteres Arbeitsumfeld in der Lausitz – die Region als Reallabor der Transformation ist für sie eine echte berufliche Perspektive.

Was die Summer School dem CDI und den Partnern bringt

Die Summer School ist für das CDI weit mehr als ein Nachwuchsformat. Sie liefert drei konkrete Mehrwerte:

Frische Lösungsansätze für reale Herausforderungen: Die Partner erhalten innerhalb weniger Tage neue, unverstellte Perspektiven auf ihre eigenen Praxisprobleme – entwickelt von hochmotivierten, interdisziplinär aufgestellten Teams, die nicht in etablierten Unternehmensstrukturen denken. Das DLR-Team hat mit seinem Decision-Support-Ansatz beispielhaft gezeigt, wie eine studentische Außenperspektive auf ein reales Kommunikationsproblem im Unternehmen eine naheliegende, aber bislang übersehene Lösung sichtbar machen kann.

Direkter Zugang zu den Fachkräften von morgen: Für die Partner ist die Summer School eine Gelegenheit, mit genau den jungen Talenten in Kontakt zu kommen, die aktiv nach einer beruflichen Zukunft in der Dekarbonisierung und – wie das große Interesse am Net Zero Valley Lausitz zeigt – auch ganz konkret in der Region suchen.

Ein größeres Systemverständnis der Industrie-Dekarbonisierung: Die drei Fallbeispiele haben trotz ihrer Unterschiedlichkeit eine gemeinsame Botschaft sichtbar gemacht, die auch für das CDI als Netzwerk zentral ist: Es wird nicht die eine Technologie geben, die die gesamte Industrie dekarbonisiert. Erfolgreiche Dekarbonisierung bedeutet, unterschiedliche Systeme – erneuerbare Energien, Elektrifizierung, Wärmepumpen, Abwärmenutzung, Speicher, Wasserstoff und flexible Energienutzung – zu verändern und intelligent miteinander zu kombinieren. Und dabei auch die Regionen mitzudenken, in denen dieser Transformationsprozess stattfindet.

Fazit und Ausblick: Werden Sie Praxispartner für die Decarbonisation Summer School 2027

Die CDI Decarbonisation Summer School 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll der direkte Austausch zwischen Industrie und den Fachkräften von morgen ist: für die Studierenden, die reale Praxiserfahrung sammeln und Kontakte in die Branche knüpfen. Für unsere Partner DLR, Enertrag und Mattig und Lindner, die neue Impulse für ihre eigenen Herausforderungen mitgenommen haben.

Für 2027 planen wir die nächste Ausgabe der CDI Decarbonisation Summer School – und suchen dafür wieder CDI Partner, die reale Herausforderungen aus ihrem Arbeitsalltag als Fallbeispiel einbringen möchten. Ob Fragen der Energieversorgung, der Prozesswärme, der Kommunikation oder der regionalen Transformation: Bringen Sie Ihr Praxisproblem mit und profitieren Sie von frischen Lösungsansätzen hochmotivierter Nachwuchstalente.

Interessierte CDI Partner können sich gerne an die CDI Koordinierungsstelle wenden.

 

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