Solarthermie und industrielle Wärmewende im Fokus der Innovationsgruppe Prozesswärme

Bei einem digitalen Treffen der Innovationsgruppe Prozesswärme tauschten sich rund 25 Teilnehmende aus Partnerorganisationen des CDI über aktuelle Entwicklungen und Lösungsansätze zur klimafreundlichen Wärmeerzeugung aus.

Person hlt einen Vortrag vor Publikum mit CDI und KEI Roll-Up im Hintergrund
Die Innovationsgruppe Prozesswärme bei einem Präsenztreffen 2024 | Foto: CDI

Im Mittelpunkt standen Vorträge zur Rolle von Solarthermie in industriellen Anwendungen sowie aktuelle Forschungs- und Praxisbeispiele. Charlotte Brauns vom Bundesverband Solarwirtschaft (BSW Solar) stellte die technologischen Grundlagen und Marktpotenziale solarthermischer Anwendungen vor. Diese könnten laut BSW-Studien zu rund 40 Prozent des industriellen Wärmebedarfs decken und damit einen effektiven Beitrag zur Transformation leisten.

Solarthermie als Baustein industrieller Wärmewende

In einem weiteren Beitrag wurde Solarthermie als Baustein der industriellen Wärmewende aufgegriffen. Martin Scheuerer von protarget AG zeigte anhand von Praxisbeispielen, wie fossile Energieträger zur Wärmeerzeugung durch solarthermische Anlagen reduziert oder ersetzt werden können. Besonders geeignet seien Branchen mit kontinuierlichem Wärmebedarf, etwa die Lebensmittel- und Getränkeindustrie.

Wirtschaftlichkeit als zentraler Diskussionspunkte

Neben den technologischen Möglichkeiten spielte die Wirtschaftlichkeit eine zentrale Rolle in der Diskussion. Investitionsentscheidungen in der Industrie hängen stark von politischen Rahmenbedingungen und Fördermechanismen ab. Martin Scheuerer betonte allerdings, dass es kostenintensiver sei, Dampf über Strom aus dem Netz zu erzeugen, als Solarthermie direkt zu nutzen.

In einem weiteren Vortrag verdeutlichte Dirk Krüger vom DLR-Institut für Solarforschung, dass neben den Investitionskosten vor allem technische Faktoren für Effizienz und Wirtschaftlichkeit entscheidend sind. Dazu zählen unter anderem das Temperaturniveau der Anwendung, die Größe der Anlage sowie lokale Witterungsbedingungen.

Forschung und Praxis in den Blick nehmen

Übergreifend zeigte die Diskussion, dass Solarthermie keine alleinige Lösung für die Dekarbonisierung industrieller Prozesswärme darstellt. Vielmehr muss sie als Teil eines integrierten Energiesystems betrachtet werden, in dem verschiedene Technologien miteinander kombiniert werden. Dazu zählen beispielsweise Elektrifizierungslösungen, Abwärmenutzung oder Wärmepumpen, die abhängig von den jeweiligen industriellen Prozessen und betrieblichen Rahmenbedingungen eingesetzt werden können.

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